Neue Fachrichtung Printmediatechnik in Bern

Die Schule für Gestaltung Bern und Biel möchte künftig am Standort Bern neben den Medientechnologen/innen Print und Siebdruck auch die Fachrichtung Printmediatechnik unterrichten. Die Schule ist überzeugt vom grossen Zukunftspotenzial dieses neuen Berufs. 

Veränderung bringt uns voran

Wer in den letzten Jahren die Fachzeitschriften der grafischen Industrie gelesen hat, dem sind sicher immer wieder Begriffe wie «Digitalisierung», «Digitale-Transformation» oder «der Wandel» begegnet. Keine Frage, wir stehen alle vor Herausforderungen. Das ist auch gut so, denn nur so kann man sich ja bekanntlich weiterentwickeln. Veränderungen, Weiterentwicklung, Verbesserung und das Nutzen von Chancen sind ja das ureigene Prinzip einer Marktwirtschaft. Dieses Entwickeln, neu definieren und finden macht es irgendwie auch spannend und schön. Wir alle stehen nicht vor einem Prozess der Digitalisierung, sondern stecken bereits mittendrin. Es gibt kein Patentrezept für einen solchen Wandel, keiner hat ihn bereits komplett vollzogen. Wir dürfen gemeinsam voneinander lernen, neu entdecken und die Chancen nutzen, die wir erkennen. Natürlich bringt das eine stärkere Diversifikation des Druckmarktes mit sich. Jeder muss seine eigene Antwort auf die Entwicklung der Branche geben. Es gibt Unternehmen die durch Spezialisierung und Produktinnovation versuchen dem Druck am Markt standzuhalten, andere die durch Erhöhung der Effizienz standardisierte Produkte herstellen oder die Dienstleister, die sich durch das Kauferlebnis von den Mitbewerbern abheben. Welchen Weg man als Unternehmen wählt, hängt von vielen Faktoren ab. Seinen eigenen authentischen Weg als Unternehmen zu finden, ist sicher ein wichtiges Gebot der Stunde. 

«Neuer» Beruf Medientechnologe/in

Für die Berufsfachschulen sind die Veränderungen am Markt ähnlich herausfordernd. Die Schule für Gestaltung in Bern sieht sich als Dienstleister für die Unternehmen. Wir wollen durch eine gute Ausbildung dafür sorgen, dass die Lernenden von heute zu den Innovatoren von Morgen werden. Und dazu beitragen, dass auch in Zukunft in der grafischen Industrie immer wieder Ideen Gestalt gewinnen. 

Im Sommer startet der «neue» Beruf des Medientechnologen in sein erstes Ausbildungsjahr. Damit haben die Verbände auf die Veränderungen reagiert. Es bietet uns als Schule und den Ausbildungsbetrieben gleichermassen die Chance mitzugestalten. Inhalte sind neu definiert worden, nun gilt es die Ausprägung und Gewichtung der einzelnen Themen zu finden und sie an den Bedürfnissen der Betriebe am Markt auszurichten. Wie schwierig das ist, wurde oben bereits erwähnt. Jedes Unternehmen findet eine andere Antwort auf die Herausforderungen und damit gehen auch unterschiedliche Wünsche an die Berufsbildung einher. Durch die verschiedenen Fachrichtungen des Medientechnologen wird dem Rechnung getragen. In allen Fachrichtungen ist zu erkennen, dass der Bereich der digitalen Druckverfahren an Gewicht gewinnt. Viele der Produkte werden heute natürlich auch im Digitaldruckverfahren angeschaut, darum macht es Sinn unsere Berufsleute besser darauf vorzubereiten. 

Ein Allrounder für die Druckbranche

Die Fachrichtung Print orientiert sich neben dem Digitaldruckverfahren aber immer noch an den klassischen Druckverfahren wie Offsetdruck oder Tiefdruck. Ob an einer Bogen- oder Rollenmaschine, es werden Produkte eher industriell hergestellt. Darum richtet sich diese Fachrichtung eher an grössere und mittlere Betriebe mit höheren Auflagen. 

Daneben wird in der Fachrichtung Siebdruck ein eher handwerkliches Druckverfahren angeboten. Die Auflagen sind im kleinen Bereich und die Kundschaft mehrheitlich im Werbebereich zu finden. Lernende kommen hier mit vielen unterschiedlichen Materialien und Formen in Kontakt. 

Eine unterschätze Fachrichtung ist der Printmediatechniker. Die Schule für Gestaltung möchte diese Fachrichtung künftig ausbilden können. Von Seiten des Kantons ist die Erlaubnis vorhanden, sobald ein Mengengerüst von mindestens 9 Lehrverhältnissen erreicht ist. Wir sind überzeugt, dass die Fachrichtung Printmediatechnik ideal für eine eher kleinteilige Unternehmensstruktur im Kanton Bern ist. Darum möchten wir auf diese neue Fachrichtung etwas ausführlicher eingehen. Den meisten Unternehmen ist dieser Begriff noch nicht geläufig und darum auch schwierig einzuordnen. 

Im Kanton Bern wie in der ganzen Schweiz ist die Anzahl der kleineren Druckdienstleister immer noch hoch. Sie sind nah am Kunden und bedienen die Bedürfnisse der KMU und Betriebe in der eigenen Region. Durch die Nähe zu ihren Kernkunden entsteht ein partnerschaftliches Zusammenarbeiten mit vielen individuellen Lösungen. Auch diese Betriebe vollziehen den technischen Wandel. Investitionen werden immer häufiger in digitale Drucksysteme getätigt. Dadurch können die Dienstleister immer auf die individuellen Bedürfnisse eingehen und auch bei sinkenden Auflagen rentabel produzieren. Oft werden Mitarbeiter/-innen in diesen Betrieben sehr variabel eingesetzt, drucken, falzen, heften und der Umgang mit digitalen Daten gehören bereits jetzt zum Alltag. 

Genau auf die Herausforderungen der Kleinbetriebe mit geringen Auflagen und starker Nähe zum Kunden wird mit der Fachrichtung Printmediatechnik eine Antwort gegeben. Es wird ein echter Allrounder ausgebildet, der die unterschiedlichen Teilgebiete mit dem nötigen Wissen vereint. Neben dem Druck auf verschiedenen Digitaldruckmaschinen verfügt er über Knowhow in der Weiterverarbeitung. Das Können eines Printmediatechnikers setzt aber bereits viel früher an, er kann Kunden optimal beraten und ihre Daten anpassen, optimieren oder auch mal Layouten. Durch seine hohe Flexibilität ist dieser Beruf ein Gewinn für die vielen kleineren Betriebe in der Schweiz, die sich auch in Zukunft durch Nähe, kurze Wege und ihre Lösungsorientierung auszeichnen. 

Typische Produkte eines Medientechnologen Printmediatechnik sind von Broschüren, Briefschaften, Karten, Plakate über Kleber, Beschriftungen, Bauplänen, aber auch digitale Daten und Schneidplots. Alle Produkte ab einem Exemplar bis zu einer mittleren Auflagenhöhe. 

Win-Win-Situation für alle

Die Schule für Gestaltung Bern und Biel möchte ein Teil der Weiterentwicklung des Berufs und der Branche sein. Wir tragen dazu bei, dass kompetente Fachleute die Zukunft der Branche mitgestalten. Durch Investitionen in eine Digitaldruckmaschine (siehe Box) oder einem digitalen Plotter-System haben wir auf die neuen Bedürfnisse reagiert. Die exzellente Ausstattung unserer Schule für den Digitaldruck ist aber nicht alles was uns auszeichnet. Unsere Lehrkräfte sind in ihren Gebieten echte Spezialisten und können den Lernenden auch im Bereich Printmediatechnik alle Werkzeuge mitgeben, die es für diesen spannenden Beruf braucht. Die Wissensvermittlung ist an die Bedürfnisse der Lernenden und der Betriebe angepasst, dadurch entsteht die enge Zusammenarbeit, die es für eine gute Berufsausbildung braucht. 

Doch wir als Schule brauchen Ihre Hilfe. Ohne Lehrbetriebe gibt es keine Ausbildung. Die Ausbildung ist für alle eine Win-Win-Situation. 

Erstens: Sie können selbst vom wachsenden Knowhow in Ihrem Unternehmen profitieren. Lernende bringen Impulse und Wissen über neueste Technologien mit in den Arbeitsalltag ein. Dadurch gewinnen die Betriebe an Innovationskraft und können lösungsorientiert am Markt auftreten. Zweitens: Mit einem Engagement als Ausbildner/-in tragen Sie entscheidend zur Zukunft unserer Branche bei. Denn nur durch hohe Kompetenz und agiles Engagement können wir den Fortbestand unserer schönen Branche sichern. Als letztes begleiten Sie Menschen in einem entscheidenden Teil ihres Lebens. Sie ermöglichen den Einstieg in ihre Zukunft. Das ist ein beachtlicher Teil an sozialem und gesellschaftlichem Engagement, von dem wir alle in der Schweiz profitieren. 

Eine Ausbildung lohnt sich. Besonders auch in der neuen Fachrichtung Printmediatechnik. Um diese Fachrichtung auch an unsere Schule anbieten zu können, brauchen wir dringend Betriebe, die sich für die Berufsausbildung engagieren. Wir begleiten Sie gerne und helfen Ihnen mit unserer Erfahrung in der Berufsbildung diese Chance auch Ihrem Betrieb zu ermöglichen. Kontaktieren Sie uns oder holen Sie sich Informationen bei den Verbänden (viscom.ch, copyprintsuisse.ch). Ein Schritt Richtung Berufsbildung ist ein Schritt Richtung Zukunft. Es lohnt sich in jedem Fall. 

Kontakt

Schule für Gestaltung Bern und Biel
Christina Opper, Leiterin Berufsfachschule oder
Martin Rescheleit, Leiter Berufsgruppe Medientechnologen
Telefon 031 337 0 337
Mail c.opper@sfgb-b.ch / m.rescheleit@sfgb-b.ch