Vetter setzt auf Drucksysteme von Konica Minolta

Im Berner Oberland liebt man das Drucken. Diese Vermutung kann man angesichts der nach wie vor stattlichen Zahl von grafischen Betrieben in dieser Region anstellen. Einer dieser Betriebe, die mit viel Passion ihrem Tagewerk nachgehen, ist Vetter. Seit wenigen Monaten arbeitet man mit einem der neuen «Toner-Flaggschiffe » von Konica Minolta, der AccurioPress C12000. Um das Leistungsangebot noch zu erweitern, wurde zusätzlich eine AccurioPress C83hc angeschafft. Interessante Investitionen eines interessanten Unternehmens.

Den "Fünfer und's Weggli"

Wir alle kennen das. Dieses Gefühl: «Ich will das auch!» Für die einen ist es das metallisch glitzernde Motorrad. Andere fallen beim Betrachten einer trendigen Handtasche beinahe in Ohnmacht. Oder dann die zitternden Hände des Verlangens beim Öffnen der Schachtel mit dem neuen Smartphone. Genau so ergeht es einem, wenn man die Welt durch die Brille der grafischen Branche betrachtet, bei einem Rundgang bei Vetter in Thun. Wenn die beiden brandneuen AccurioPress C12000 und AccurioPress C83hc nebeneinander stehen und nicht nur die Vertreterinnen und Vertreter von der Graphax AG glänzende Augen bekommen. Dann der anerkennende Blick, wenn man die ziemlich neue Fünffarben-Bogenoffsetmaschine Komori im 50×70-Format umrundet. Das heimliche «Wow!», als man in die Innereien der ebenfalls fast neuen digitalen Scodix-Veredelungsmaschine schaut. Die Erkenntnis beim Betrachten des Finishing-Maschinenparks, wo, mit Ausnahme von blitzblank gepflegten Tiegeln, so gar nichts Museumwürdiges herumsteht. Es ist klar: hier bei Vetter glaubt man an die Zukunft und investiert dementsprechend. Die beiden Geschäftsleitungsmitglieder Markus Siegenthaler und John Mariétan bestätigen es: «Die Besitzerfamilie hat sich für eine klare Vorwärtsstrategie entschieden, neben anderen Geschäftszweigen ist Druck und Verlag eines der wichtigen Standbeine für die kommenden Jahre.» Dabei muss man präzisieren: Vorwärtsstrategie heisst nicht Expansion, sondern eine noch bessere Ausrichtung auf sich verändernde Druckmärkte. Die Hauptherausforderungen sind kleinere Auflagen, komplexere Druckaufträge, mehr Individualität auch bei Drucksachen, damit verbunden eine Ausweitung der Wertschöpfungskette. Dabei wird nicht einfach aus Lust und Laune investiert. Markus Siegenthaler (Verkauf, Produktion) und John Mariétan (Finanzen, Personal, Administration) wollen dies klar festgehalten haben: «In die neuen Digitaldrucksysteme haben wir beispielsweise nicht investiert, weil wir wollten, sondern weil wir schlicht und einfach angesichts wachsender Nachfrage in diesem Bereich mussten.»

Suberi Büetz» erklärt

Nebst der vor vielen Jahren angestrebten und umgesetzten Diversifikation in Geschäftszweige, welche sich auch ausserhalb des Druck- und Verlagswesen befinden, heisst das beispielsweise nach wie vor Engagement in Geschäftszweige, die Zukunftsforscher nicht auf dem Radar haben. Wie den «Thuner Amtsanzeiger» und die «Bantiger Post». «Es ist ein Geschäft, welches interessant und herausfordernd ist. Es freut uns sehr, dass die beteiligten Gemeinden sich erst kürzlich entschieden haben, auch in den kommenden Jahren neben dem Online-Auftritt stark aufs Printprodukt zu setzen.» Im Druck setzt man auf die sehr fokussierte Verbreiterung der Wertschöpfungskette. Markus Siegenthaler: «Wir sind eine Druckerei wie viele andere auch, erweitern aber unser Angebot gezielt. Mit der Scodix bieten wir digitale Veredelung an, immer stärker engagieren wir uns im Bereich von Verpackung mit Kleinauflagen.» Dabei, und das wird in der Diskussion mit den beiden Geschäftsleitungsmitgliedern immer wieder deutlich spürbar, spielt das handwerkliche Können eine wichtige Rolle. Markus Siegenthaler: «Wir sind ein KMU mit knapp 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ein polyvalent aufgestellter Druck- und Mediendienstleister. Genau hier sind unsere Stärken und nicht im offerieren von extrem günstigen Offerten. Starke Leistung heisst, sein Handwerk zu können, und das wird von unseren Kunden erkannt und anerkannt. Und das ist eben nicht eine Selbstverständlichkeit. Ein Beispiel: die neue AccurioPress C83hc. Das Drucksystem arbeitet im RGB-Farbraum. Nur: was nützt mir so ein System, wenn ich keine Mitarbeitenden habe, die damit umgehen können und nur in einer CMYK-Umgebung arbeiten? Deshalb haben wir mit der Maschine, welche seit wenigen Monaten im Einsatz ist, guten Erfolg. Agenturen sprechen darauf an, und sie nutzen die Möglichkeiten eifrig.» Die Stärke von Vetter ist in der Kombination von geschulten Mitarbeitenden und einem modernen und leistungsfähigen Maschinenpark zu suchen. Markus Siegenthaler: «Im neuen Firmenauftritt weisen wir darauf hin. Qualitätsdenken, Dialog mit den Kunden, hohe fachliche und menschliche Kompetenz. Man kann es aber ganz einfach zusammenfassen: suberi Büetz, das ist es, was Kunden heute von jemandem, wie wir es sind, wollen.»

Ersatzinvestition mit Überraschung

Die Beschaffung der neuen AccurioPress C12000 ist keine Sensation – arbeitete man doch bereits vorher mit einem Tonerdigitaldrucksystem. Lange Zeit war man in Thun ein «Digitaldrucknachzügler ». Markus Siegenthaler: «Bis vor wenigen Jahren vergaben wir unsere Digitaldruckaufträge an einen festen Partner. Angedacht war, die Zusammenarbeit zu vertiefen, doch nachdem es nicht möglich war, mussten wir unsere Strategie in diesem Bereich überdenken. Wir investierten in eigene leistungsfähige Tonersysteme.» John Mariétan: «Die Auslastung auf dem Vorgänger-Digitaldrucksystem hat sich hervorragend entwickelt, sodass wir uns Gedanken machen mussten, es durch ein leistungsfähigeres System zu ersetzen. Dabei stand aber immer ein Tonersystem im Vordergrund. Für uns ist die Kombination aus moderner Offsettechnologie und bewährter Tonertechnologie derzeit die beste Lösung. Alternative Drucktechnologien im Digitaldruckbereich sind für uns – zumindest heute – betriebswirtschaftlich nicht abbildbar.» Dabei war es, wie erwähnt, keine ausgemachte Sache, dass Konica Minolta und deren Exklusivvertreter in der Schweiz, die Graphax AG, zum Handkuss kämen, nur weil man schon mit einem solchen System arbeitete. Markus Siegenthaler: «Wir haben uns verschiedene Drucksysteme unterschiedlichster Hersteller ganz genau angeschaut und getestet. Alle von uns in die engere Evaluation einbezogenen Systeme überzeugten. Jedes hatte seine spezifischen Stärken, aber auch gewisse Schwachpunkte. Am Ende überzeugte uns das Gesamtbild, welches die AccurioPress C12000 bot. Während des Evaluationsprozesses arbeitete Graphax eine zusätzliche Variante aus, und zeigte uns den Mehrwert für uns und unsere Kunden auf. Damit haben wir ein umfassendes Paket, mit einer AccurioPress C12000 und einer AccurioPress C83hc, welches praktisch die Gesamtbandbreite des Digitaldrucks gemäss unseren Bedürfnissen abdeckt.» John Mariétan: «Zunächst einmal waren wir verunsichert, denn die Gesamtinvestition wurde dadurch gegenüber der Ein breites Portfolio: digitale Veredelung … … Digitaldruck … swiss print+communication 13 ursprünglichen Planung teurer. Wir mussten alles nochmals durchrechnen und abwägen. Am Ende überzeugte uns die Argumentation von Graphax, und wir entschieden uns, die beiden Drucksysteme zu nehmen.»

Krone der Tonerschöpfung

Die AccurioPress C14000/C12000-Produktefamilie wurde von Konica Minolta im vierten Quartal 2019 vorgestellt. Erste Präsentationen in der Schweiz wurden ab März 2020 durchgeführt, zu diesem Zeitpunkt begann bereits die Covid-19-Pandemie mit ihren erschwerenden Auswirkungen. Trotzdem verkaufte Graphax innert wenigen Wochen mehrere dieser Systeme, welche dann sehr schnell geliefert werden konnten. So auch im Fall von Vetter. Dem Betrachter fallen die Unterschiede zu den Vorgängermodellen sofort ins Auge: in der Mitte der Anlage sticht ein markanter «Druckturm» ins Auge. Die AccurioPress C14000/ C12000-Familie druckt Formate bis zu 330 × 900 mm im automatischen Schön-/Widerdruck und bis zu 330 × 1300 mm im einseitigen Druck. Das System leistet bis zu 140 ppm im Grammaturbereich von 52 g/m2 bis zu 450g/m2 und bedruckt damit bis zu 4500 A3-Bogen/h. Sie unterstützt diverse Medien, von strukturierten Materialien bis hin zu Kunststoffen und allen gängigen Kuverts. Die monatliche Auslastung liegt gemäss Graphax bis zu 1,25 Millionen A3-Bogen.
Konica Minolta platziert die Maschinengeneration zwischen der AccurioPress C6100 (100 Seiten Maschine) und der B2-Inkjetbogenmaschine AccurioJet KM-1e. Für Philippe Schleuniger, Sales Manager Schweiz Professional and Industrial Printing von Graphax, ist der Verkauf der neuen Maschinenserie, vor dem Hintergrund von Covid-19, gut angelaufen. «Dies beweist, dass die AccurioPress C14000/C12000-Familie das richtige Produkt zur richtigen Zeit ist. Es ist die derzeit leistungsfähigste Toner-Bogendruckdigitaldruckmaschine auf dem Markt.»
Neuntwicklungen sind der Digitaldruckkopf, basierend auf einem 16-strahligen LED-Laser, und der Simitri V-Toner. Diese neue Tonergeneration ist von Grund auf anders beschaffen. Konica Minolta ist es gelungen, die neuen Tonerpartikel in jede beliebige Form zu bringen. Dadurch verbessert sich die Bildverarbeitungsgeschwindigkeit, der Farbraum ist grösser, und vor allem kann man mit einer deutlich tieferen Einbrenntemperatur arbeiten. Das Druckbild wird dadurch matter und die bedruckten Bogen sind weniger statisch. Alles Faktoren, die bei der Weiterverarbeitung eine Rolle spielen. In der Vorund Weiterverarbeitung bietet die neue AccurioPress C14000/ C12000-Generation Verbesserungen: eine neu entwickelte Trimming-Einheit, eine bessere Registration des Papierlaufs, eine neue Grossraumablage für stapelbare Offline-Verarbeitung und eine versetzte Inlineausgabe. Einer der vielen Zusatzmöglichkeiten ist der Bannerdruck bis 1300 mm. Das dazu gehörende Modul ist ebenfalls eine Neuentwicklung und ist bei Vetter nachträglich eingeführt worden. Markus Siegenthaler zur Einführung der Maschine im Sommer: «Die Accurio-PressC12000 ist ein deutlicher Leistungssprung gegenüber dem Vorgängermodell, doch die Einführung bei uns war sozusagen Plug-and-play. Das hatten wir nicht erwartet.»

Erfahrungen

Die beiden neuen AccurioPress C12000 und AccurioPress C83hc stehen hintereinander im Raum, wo die Premedia-Abteilung ist. «Es ist die Kombinationen aus vielen verschiedenen und nützlichen Applikationen, welche den Unterschied ausmacht, nicht die reine Geschwindigkeit. Dadurch sind wir in der Lage, auch schwierige oder feste Materialien ohne Leistungsabfall zu produzieren. Es ist schon beeindruckend, was das Drucksystem alles kann.» Und er ergänzt: «Die Kombination aus AccurioPress C12000 und der Accurio-Press C83hc ist ein Riesenvorteil für uns. Dank dem RGBWorkflow bei der AccurioPress C83hc konnten wir vermehrt Agenturen auf uns aufmerksam machen.»

Hat Graphax nun, nach drei Monaten Praxiseinsatz, die für die AccurioPress C12000/C14000-Familie gemachten Versprechungen halten können? Markus Siegenthaler: «Absolut. Wir brauchen eine Maschine, die den Trend zu kleinen Auflagen, noch kürzeren Terminen und Personalisierungen mit betriebswirtschaftlich vertretbaren Kosten bei parallel guter Druckqualität gut abdeckt. Dies mit dem Wunsch, sichere Druckproduktion und Weiterverarbeitung ohne permanente Überwachung durch einen Operator zu gewährleisten. Bereits das Vorgängersystem war in der Lage, die meisten dieser Punkte zu erfüllen. Doch die AccurioPress C12000 spielt da in einer deutlich höheren Liga, was Produktivität und Leistungsfähigkeit betrifft. Das können wir nach drei Monaten Praxiseinsatz mehr als unterschreiben.»